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Fuhrmeister, Christian

Kunst und Kunsthandel im Nationalsozialismus: aktuelle Web-Projekte des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (4,968 KB)


Kurzfassung in deutsch

Zahlreiche Dokumente zur Kunst und Kunstpolitik des Nationalsozialismus lagern nach wie vor verstreut und manchmal schwer zugänglich in Archiven, Bibliotheken und Museen. Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, das 1947 im ehemaligen „Verwaltungsbau der NSDAP“ seine Tätigkeit aufnahm (in gewisser Weise in Fortsetzung des im Juni 1945 von der amerikanischen Militärregierung eingerichteten „Central Art Collecting Point“), versucht hier derzeit im Rahmen mehrerer Projekte Abhilfe zu schaffen. In diesen Projekten werden jeweils kunsthistorische ‚Primärdaten’ – durch weitere Daten maschinell oder intellektuell angereichert – mit Hilfe von für die Forschung geeigneten Präsentations- und Recherchewerkzeugen zur wissenschaftlichen Analyse zur Verfügung gestellt. Der Beitrag gibt einen Überblick über diese laufenden Aktivitäten. Zusammen mit Kooperationspartnern aus den Bereichen Archiv und Museum wird eine im Web frei zugängliche Forschungsplattform zur Kunst des Nationalsozialismus aufgebaut, in deren Zentrum die Kataloge der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937-1944 (GDK) stehen (Digitalisierung, Erschließung und Metadatenvernetzung von z.T. unikalen Quellenbeständen wie Katalogen, Fotodokumentationen, Kunstwerken). Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit den Katalogen eines Auktionshauses, das eine zentrale Rolle im Netzwerk des NS-Kunsthandels spielte. Die Kataloge sollen digitalisiert, die Firmengeschichte erforscht werden. Ferner wird der Aufbau einer Web-Datenbank betrieben, die die gescannten und transkribierten Informationen über Käufe und Verkäufe von Kunstwerken durch die Münchner Galerie Heinemann (1872-1939), eine der – bis zur Zwangsenteignung durch die Nationalsozialisten – bedeutendsten deutschen Kunsthandlungen, dokumentiert und datentechnisch vernetzt. Alle genannten Ressourcen werden auch über arthistoricum.net – Virtuelle Fachbibliothek Kunstgeschichte zugänglich gemacht werden, wo sie die dort für Forschung und Lehre bereits zur Verfügung gestellten Ressourcen – Digitalisate von historischen Kunstzeitschriften und Ausstellungskatalogen zur deutschen Kunst vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts – ideal ergänzen, wodurch sich dieser Teil des Portals mehr und mehr zu einer idealen Basis für Forschungsvorhaben zu dem genannten Themenbereich entwickelt.

SWD-Schlagwörter: Kunsthandel , Nationalsozialismus , Digitalisierung , München / Große Deutsche Kunstausstellung
Institut: 99. Deutscher Bibliothekartag <Leipzig, 2010> = Bibliothekskongress
DDC-Sachgruppe: Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Dokumentart: InProceedings (Aufsatz / Paper einer Konferenz etc.)
Sprache: deutsch
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 23.03.2010