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Scharl, Peter

Der geopolitische Diskurs um die Gründung einer US-amerikanischen International Law Enforcement Academy in Costa Rica - Eine Analyse nationaler Interessen, raumbezogener diskursiver Instrumente und ihrer Verankerung in einem „Terrain of Resistance“

The geopolitical discourse on the foundation of an US-American International Law Enforcement Academy in Costa Rica - an analysis of national interests, space-oriented discoursive instruments and their anchorage in a “Terrain of Resistance”.


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SWD-Schlagwörter: Diskursanalyse , Geopolitik , Politische Geographie , Konstruktivismus <Soziologie> , Dekonstruktion , Costa Rica , Lateinamerika , Zentralamerika , U
Freie Schlagwörter (Deutsch): Maßstabsebenen , Raumbezogene Symbolisierungen , Raumbilder
Freie Schlagwörter (Englisch): Terrain of Resistance , International Law Enforcement Academy (ILEA) , Patrullaje conjunto
Beteiligte Einrichtung: Philosophische Fakultät / Geographie
Fakultät: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Struck, Ernst (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 18.11.2008
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser in der Politischen Geographie verankerten Dissertation werden Lösungsansätze für die erfolgreiche Partizipation politischer und zivilgesellschaftlicher Akteure am sicherheitspolitischen Diskurs Costa Ricas erarbeitet. Dabei wird gezeigt, wie durch die Verwendung raumbezogener diskursiver Instrumente die Chancen auf die Durchsetzung eigener Interessen signifikant erhöht werden können.
Die Konzeption dieser Arbeit zielt auf die konkrete Anwendung modifizierter diskursanalytischer Instrumentarien in der Politischen Geographie ab. Dabei werden nicht nur, wie bislang in dieser Disziplin üblich, raumbezogene Argumente der Akteure (Analyseebene A1), sondern auch die in deren Argumentationen verwendeten diskursiven, raumbezogenen Instrumente analysiert (Analyseebene A2). Sie geht damit über die Analyse der Darstellung von Räumen als Teil einer Strategie (Konstruktion von Raumbildern) hinaus. Dabei wird die Vorstellung eines den Diskurs prägenden Deutungsrahmens mit dem in der Politischen Geographie beheimateten Konzept des „Terrains of Resistance“ gekoppelt und dessen Bedeutung für die raumbezogenen diskursiven Strategien der Akteure entschlüsselt.
Objekt der Untersuchung ist die Debatte um die Ansiedlung einer US-amerikanischen International Law Enforcement Academy (ILEA) in San José / Costa Rica. Ziel dieser Einrichtung ist die Fort- und Weiterbildung mit sicherheitspolitischen Aspekten befasster lateinamerikanischer Akteure. Zur Klärung der Relevanz dieser Akademie wird der strategische Stellenwert Costa Ricas für die Wahrung US-amerikanischer nationaler Interessen vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Situation in Zentralamerika und dem Andenraum ausführlich thematisiert.
Im Rahmen der Diskursanalyse werden Gesprächsprotokolle relevanter Sitzungen der zuständigen parlamentarischen Kommission des costaricanischen Abgeordnetenhauses, an diese von zivilgesellschaftlichen Akteuren eingereichte Verlautbarungen, der Schriftverkehr zwischen costaricanischen und US-amerikanischen Regierungsstellen sowie das Thema aufgreifende Beiträge in den Printmedien Costa Ricas ausgewertet. Dabei wurde intensiv mit Parlamentsabgeordneten, Beamten und Funktionsträgern des costaricanischen Staates, des US-amerikanischen Außenministeriums sowie mit Aktivisten der costaricanischen Zivilgesellschaft kooperiert.
Die Analyse macht deutlich, dass jene Akteure im Diskurs am erfolgreichsten sind, welche ihre Argumente mit raumbezogenen Symbolisierungen anreichern. Dies sind Bezüge, welche jenen dem politischen Streit zugrunde liegenden Raum in Wert setzen und emotionalisieren, etwa „unser Land“, „innerhalb unserer Grenzen“ oder „auf unserem Territorium“. Objektive, sachbezogene Argumente rücken dabei zu Gunsten subjektiver Assoziationen in den Hintergrund.
Des weiteren wird gezeigt, dass die Akteure über die konstruktivistische Verwendung von Maßstabsebenen die Reichweite ihrer Argumente erhöhen, dabei aber die Debatte auch stark verzerren. Eine ursprünglich auf das Objekt des politischen Disputes Bezug nehmende Aussage wird dabei auf eine andere Maßstabsebene projiziert. So ist dann etwa nicht mehr die Rede von den negativen Konsequenzen einer Sicherheitsakademie für Costa Rica, sondern es wird nun von einer Gefährdung demokratischer Strukturen für ganz Zentralamerika gesprochen.
Drittens stellt sich heraus, dass die Argumente der Akteure durch die Bezugnahme auf eine angeblich raumspezifische Wertekonstellation deutlich an Durchsetzungskraft gewinnen. Ein solches „Terrain of Resistance“ ist als der historische, politische und kulturelle Hintergrund der Partizipation am Diskurs sowie seiner Spezifitäten zu verstehen. Dabei wird aber auch gezeigt, dass die Annahme eines raumspezifischen „Terrains of Resistance“ in konstruktivistischer Hinsicht nicht haltbar, sondern vielmehr ein „imagined Terrain of Resistance“ entscheidend ist.
Die Anwendung dieser Erkenntnisse ermöglicht es den Akteuren, ihre Ziele in einem politischen Diskurs nicht ausschließlich Kraft ihrer Argumente zu verfolgen. Berücksichtigen sie die Ergebnisse dieser Untersuchung, so erhöhen sie ihre Durchsetzungskraft durch die konsequente Verwendung raumbezogener diskursiver Instrumente, durch den Rückgriff auf andere Maßstabsebenen und durch die Verankerung ihrer Argumente in jenem dem Raum zugeschriebenen „Terrain of Resistance“. Gewinnbringend ist diese Arbeit überdies für jene, welche die Argumente eines politischen Kontrahenten auf deren Durchsetzungskraft hin analysieren und durch fundierte De-Konstruktion entkräften möchten.
Kurzfassung auf Englisch: Initial point of this project is the interest in the meaning of space for the communication between politicians, the media and civil society. Its conception focuses on the implementation of modified discourse analytical instruments in political geography. Starting at this basis I examined the importance of space-oriented discoursive instruments in the protagonist´s strategies and demonstrated, to what extent the constructivistic use of different scales and space-oriented symbolizations influences the protagonist´s potential to put through their own interest in political conflicts. This I analyzed with the intended foundation of an US-American International Law Enforcement Academy (ILEA) in San José, Costa Rica. To explain the need for such an academy I first investigated the security-political role of Costa Rica against the background of the Andean conflict and the US-American action against Central American illicit drug trafficking, youth gangs and migration.
Not only pure arguments determine the actor´s possibilities to accomplish their political intentions. Emotionalizing space rather shows to be an extremely effective instrument to decide a conflict in an actor´s favour. Meanings like nuestro país (our homeland), nuestra patria (our native country / fatherland), suelo nacional (our ground) or territorio tico (the Costa Rican´s territory) cause an affirmative, emotionalizing approach by focusing on the cultural content and the people representing it, including their specific shapings and their sense of right and wrong. The discourse on the foundation of an US-American International Law Enforcement Academy in Costa Rica is characterized by collective ideas which can be put down to a location-specific set of values, a “Terrain of Resistance”. Actors participating in the discourse refer to them again and again. So space is not only a natural element of communication. Furthermore space shows to be a strategically very effective discoursive instrument.
The implementation of these results enables actors to pursue their objectives in a political discourse not only by virtue of their arguments. They increase their chances by using space-oriented instruments, by transfering their arguments on other scales and by linking them to a supposed place-specific “Terrain of Resistance”. It also becomes clear, that in a constructivistic point of view a “Terrain of Resistance” can not exist – we have to talk about an “imagined Terrain of Resistance”.
Furtermore, this investigation is interesting for those who want to analyse a political opponent´s arguments on their ability to succeed and for those who intend to weak these arguments by de-construction.
The data I analyzed was gathered from different sources like in-depth interviews with Costa Rican and US-American key actors, intern memorandums and correspondence of governmental (e.g. US embassy San José, Costa Rican state department and parliament) and non-governmental organizations, civil society actors, think tanks and the media.
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URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:739-opus-12695
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